Im Gebäude der ehemaligen Kohlenwäsche auf dem Gelände des UNESCO-Welterbe Zollverein befindet sich seit 2008 das Ruhr Museum. Im Jahre 2007 musste das Ruhrlandmuseum dem Umbau des Folkwangs weichen, die schönste Zeche der Welt ist jedoch ohnehin ein besserer Standort für die moderne Ausstellung, die sich der wechselhaften und ereignisreichen Geschichte des Ruhrgebiets widmet.

Eben mit dieser Geschichte und dem damit einhergehenden Strukturwandel wollten sich die Grundkurse Geschichte von Frau Hoffrogge und der Grundkurs Geographie von Herrn Kaletta befassen, genug Vorwissen im Unterricht war erworben worden, wie sich vor Ort schnell heraus stellte.

Bei einer Führung und anschließenden Gruppenarbeiten wurden viele Themenbereiche des Museums angerissen, auch wenn selbstverständlich für einen kompletten Rundgang nicht ausreichend Zeit war. Trotzdem erfuhren die Kurse viel darüber, wie es z. B. um die Arbeitsbedingungen unter Tage gestellt war, welche Möglichkeiten der Freizeitgestaltung es in den Zechenkolonien gab und wie unter Vortäuschung falscher Tatsachen Menschen ins Ruhrgebiet gelockt wurden, um auf den Zechen zu arbeiten.

Das Vorwissen konnte so angereichert und mit konkreten Beispielen hinterlegt werden, das eigene Bild, was man vom Ruhrgebiet hat, wurde ergänzt und um Facetten bereichert. Hätte man zum Beispiel vorher gewusst, dass Bergleute, die unter der sogenannten Staublunge litten, nicht an Kohle- sondern an Steinstaub verstorben sind? Oder dass diese sich zuhause bevorzugt am Fenster aufgehalten haben, da sie dort besser Luft bekamen? Wenn ihre Nachbarn sie dann eines Tages nicht mehr sahen, waren sie „weg vom Fenster“ – nur ein Beispiel von Redewendungen und Begriffen, die es aus der Welt des Bergbaus in den allgemeinen Sprachgebrauch geschafft haben.

Zum Abschluss eines zu kurzen Museumsbesuchs ging es ins 360-Grad-Kino, wo ein 20-minütiger Film das Ruhrgebiet und seine Bewohner in all seiner Unterschiedlichkeit abbildete. Das abschließende Gruppenbild auf der Panorama-Terrasse der Kohlewäsche bildete den Abschluss der Exkursion, bevor es mit der Kulturlinie 107 wieder zurück zum Hauptbahnhof Essen ging.

War schön gewesen!