Ratsschüler engagieren sich bei den ‚Stolpersteinen‘

Stolpersteine – das sind kleine, quadratische Messingquader, die in den Bürgersteig eingelassen werden. Seit 2009 erinnern sie in Gladbeck an das Schicksal jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger, die während der Nazizeit vertrieben, verschleppt oder ermordet wurden.

Ende September fand die nunmehr fünfte Verlegung in Gladbeck statt, an der sich auch Schülerinnen und Schüler des Ratsgymnasiums beteiligten. Am dieser Stelle sei allen Spenderinnen und Spendern aus der Schulgemeinschaft gedankt, die die Finanzierung der Steine möglich gemacht haben.

Unter der Leitung von Frau Hoffrogge, Herrn Bischoff und Herrn Rickers hatten Alina Brabsche, Laura Karbowski, Viktoria Kleinekorte, Lisa Kurella, Sina Rapien sowie Jannik Blanc zum Schicksal der jüdischen Familie Margolies recherchiert.

Isaak Margolies war in den zwanziger Jahren nach Gladbeck gekommen, wo er mit seiner Frau Ella eine Familie gründete. An ihrem letzten Wohnort in der Friedenstraße 36 wurden jetzt die Stolpersteine verlegt. Bereits 1933 begann die Flucht. Während seine Frau Ella 1943 in Ausschwitz ermordet wurde, ist über das Schicksal Isaaks nichts bekannt. Die Töchter Gustel und Lotte flüchteten in die USA. Hier konnte die Recherchegruppe Spuren entdecken. Allerdings gelang es nicht, Kontakt zu den Nachkommen aufzunehmen.

Den Auftakt zu der Verlegung hatte zu Wochenbeginn eine beeindruckende Veranstaltung im K4 gemacht, bei der alle beteiligten Schülergruppen die 21 Schicksale der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger präsentierten, für die jetzt Stolpersteine verlegt wurden.

Den würdigen musikalischen Rahmen gestalteten dabei Viktoria Kleinekorte, Lisa und Katy Kurella sowie Laura Karbowski mit jiddischen Liedern und Motiven aus dem Film ‚Schindlers Liste‘.

In der Hinwendung zu den konkreten Schicksalen fand die Erinnerung wieder einmal ihren Weg. Denn – so der Talmud – ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.