Der Nationalsozialismus ist ein Teil der Gladbecker Stadtgeschichte. Immer wieder mahnend daran zu erinnern und die Stadtgeschichte lebendig und erfahrbar zu machen, sind Aufgaben des Stadtarchives. Daher initiierte die Archivleiterin Katrin Bürgel ein bisher einmaliges Schauspielprojekt in Gladbeck und ermöglicht somit Jugendlichen weiterführender Schulen einen neuen Zugang zur Auseinandersetzung mit Opfern und Tätern ihrer Heimatstadt.
Der Schauspieler und Schauspieltrainer Marco Spohr schrieb nach intensiver Recherche ein Theaterstück über die Zeit des Zweiten Weltkrieges in Gladbeck. Unter dem Titel „Gladbeck unterm Hakenkreuz. Nie wieder!“ entstand eine Theaterdokumentation in 18 Bildern.
Schülerinnen und Schüler des Ratsgymnasiums, des Riesener-Gymnasiums, der Erich-Kästner-Realschule, der Gesamtschule und der Anne-Frank-Realschule analysierten die historischen Quellen, machten eine Stadtführung zu relevanten Orten und sprachen mit der Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen, Frau Judith Neuwald-Tasbach.
Seit März wird das Stück unter der Regie von Marco Spohr geprobt:

„Die Schülerinnen und Schüler sind auf der Bühne hellwach und waren von Beginn an sehr bereit, Charaktere zu zeigen und sich in Zustände einzulassen, die für sie herausfordernd und erfahrungsreich zugleich sind. Dieses Thema erfordert eine hohe Sensibilität in der inszenatorischen Arbeit! Vor allem, weil viele im Ensemble zum ersten Mal auf einer Bühne agieren!“

Kooperationspartner ist neben dem Jugendrat der Stadt Gladbeck mit seiner Beauftragten Vera Deffte das Ratsgymnasium. Maria Hoffrogge und David Filipowski, beides Geschichtslehrer dort, begleiten das Projekt.

Die Motivation der Jugendlichen ist klar:

„Wir wollen ein Zeichen setzen und zeigen, was damals Schreckliches in unserer Stadt geschehen ist. So etwas darf nie wieder passieren!“

Viele von ihnen spielen, einige kümmern sich um die Erstellung von Requisiten. Unterstützt wird das Team von der außergewöhnlich engagierten Technik-AG und Jan Redlich, Mitglied der Video-AG des Ratsgymnasiums.

Themen des Stückes sind der Krieg, der Nationalsozialismus und seine Folgen:

„Wichtig war es uns, einzelne Schicksale zu erzählen, die nachweisbar geschehen sind. Die erdrückend brutale Atmosphäre hervorzuheben. Wie sind die Gladbecker Bürger damals mit dem Krieg umgegangen? Wer waren die zentralen Figuren? Wir erzählen von den jüdischen Bürgern, zum Beispiel von Bernhard Preminger oder Ida und Max Kaufmann sowie vom Widerstandskämpfer Mathias Jakobs. Aber auch von Bernhard Hackenberg, dem Gladbecker Oberbürgermeister der Nazizeit.“

Wir laden herzlich zu den Vorstellungen ein!

Premiere: Montag, 26.6.2017, 19 Uhr
weitere Aufführung: Mittwoch, 28.6.2017, 19 Uhr

Ort: Aula des Ratsgymnasiums (Mittelstraße 50, 45964 Gladbeck).

Der Eintritt ist frei.