Am Mittwochabend (1. März 2017), fanden jede Menge Eltern, Schüler und Lehrer den Weg in die Schule, um eine außergewöhnliche Kunst-Performance zu erleben. Und das an einem Pokalspiel-Abend mit Schalker Beteiligung!

Unsere Kunstlehrerin Frau Dumpe hatte die Idee, zum einen unser Verhältnis zum Handy künstlerisch zu betrachten und zudem den Ort Schule einmal anders erlebbar zu machen.

In der Eingangshalle wartete bereits die größte Herausforderung: Man musste sich von seinem Dauerbegleiter, dem Handy, trennen. Vorher wurde es selbstverständlich in den Flugmodus versetzt und der Wecker auf 20.15 Uhr gestellt, Prime Time eben. Neben Handys brachten ein paar Besucher auch ihre Tablets mit.

Jede Menge Schülerinnen und Schüler der Video AG und der Medienscouts nahmen die Geräte entgegen und versahen sie mit einer Nummer. Sie wurden dann in die Pausenhalle gebracht und dort zu ihren Artgenossen gelegt, gebettet auf einem großen Tuch aus Samt. So entstand mit fast 150 Geräten relativ schnell eine mehrere Quadratmeter große Fläche von „Black Mirrors“. Wann hat man schon so viele digitale Geräte so inaktiv auf einem Haufen gesehen?

Eine ganz besondere Stimmung herrschte an diesem Ort, der im normalen Schulbetrieb eher durch ein geordnetes Chaos und viel Lärm geprägt ist, wenn hunderte Schülerinnen und Schüler ihn bevölkern. Jetzt herrschte absolute Ruhe. Es war auch schwierig zu sprechen, schließlich hatten alle Anwesenden einen Klebestreifen über dem Mund. Zudem waren lediglich die Säulen der Halle stimmungsvoll illuminiert, sodass der Eindruck entstand, man befände sich in einer Kirche und nicht in einer Schule.

Regelmäßig wurde über Schilder darauf hingewiesen, wie lange es noch dauern würde, bis es losging. Abgesehen von Mitgliedern des Organisationsteams kamen alle Besucher zur Ruhe und genossen die Stimmung. Diese wurde um acht Uhr nur kurz unterbrochen, als ein vorlautes Handy zu früh losklingelte, jedoch schnell zum Schweigen gebracht wurde.

Es lag eine gewisse Spannung in der Luft bis schließlich ein Tablet mit einer rockigen Weck-Melodie startete und großes Gelächter verursachte. Dieses wurde jedoch kurze Zeit darauf durch großes Erstaunen ersetzt, als auf einen Schlag alle Lichter in der Pausenhalle aus und sämtliche Geräte auf dem Boden angingen.

In unterschiedlichsten Helligkeiten und mit einer großen Bandbreite an Weck-Tönen und Melodien erweckten die mobilen Geräte die Pausenhalle wieder zum Leben. Gut 10 Minuten genossen die Anwesenden dieses optische und klangliche Erlebnis und warteten darauf, dass auch das letzte Gerät Ruhe gab. Denn eines wurde wohl Allen klar: Diese Dinger machen ganz schön unangenehme Geräusche. Einige werden sich auch gefragt haben, wieso wir uns das von ihnen bieten lassen im Alltag.

Doch wie leider oft auch im normalen Leben richteten sich nicht die Geräte nach uns sondern anders herum: Als es offenkundig wurde, dass einige Wecker wohl erst gemeinsam mit dem Handy-Akku aufgeben würden, erhob sich Frau Dumpe, um die Aktion als erfolgreich beendet zu beschließen, natürlich unter entsprechendem Applaus aller.

Man kann festhalten, dass alle Kunstinteressierten die Aktion für gelungen hielten, bei einem kleinen Umtrunk direkt im Anschluss wurde sich darüber ausgetauscht und die Geräte kehrten zu ihren Besitzern zurück. Einige von ihnen mussten sofort die verlorene Online-Zeit aufholen und ihre Nachrichten checken – und die Sport-App, die mitteilte, dass Schalke bereits am Anfang des Spiels 1:0 zurück lag. Da wusste man: Alles richtig gemacht, im Gegensatz zum Pokalspiel hätte man am Rats an diesem Abend etwas Großartiges verpasst, wenn man vor dem Fernseher geblieben wäre.