So gelingt Inklusion am Rats

Im Schuljahr 2013/2014 wurde am Ratsgymnasium die erste integrative Lerngruppe eingerichtet. Mittlerweile findet Inklusion schon bis zur Klasse 9 statt. Die verschiedenen Förderschwerpunkte sind: LERNEN, SPRACHE & KOMMUNIKATION und EMOTIONALE und SOZIALE ENTWICKLUNG sowie HÖREN und KOMMUNIKATION.

Um den unterschiedlichen Bedürfnissen unserer Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden, wurden Umbaumaßnahmen durchgeführt. Nun ist von mehreren Klassenräumen auch der Zugang zu Differenzierungsräumen möglich, d.h. dass kleinere Schülergruppen sich dorthin zum Arbeiten oder Ausruhen zurückziehen können. Die Räume sind mit einer Schalldämmung ausgestattet, wodurch die Geräuschkulisse in der Klasse merklich reduziert wurde. Zudem steht den Lehrerinnen und Lehrern, die in dieser Klasse unterrichten, ein fest installierter Beamer und ein Laptop zur Verfügung.

Neben der räumlichen und sächlichen Ausstattung ist für das Gelingen von Inklusion die sonderpädagogische Unterstützung von wesentlicher Bedeutung:

  • Es besteht Kontakt zu einer Sonderpädagogin mit dem Förderschwerpunkt HÖREN und KOMMUNIKATION (HK), die uns einmal wöchentlich besucht und uns wertvolle Tipps zum Umgang mit Schülerinnen und Schülern mit einer Hörschädigung gibt.
  • Ein Sonderpädagoge mit den Förderschwerpunkten LERNEN (LE) und EMOTIONALE und SOZIALE ENTWICKLUNG (ESE) und eine weitere Sonderpädagogin mit dem Förderschwerpunkt SPRACHE arbeiten mit einer vollen Stelle am Ratsgymnasium.
  • Des Weiteren werden mehrere Schüler jeden Tag im Unterricht von Integrationshelfern unterstützt.

Es wird, sofern es für das betreffende Schulfach und Thema möglich ist, im Klassenverbund am gleichen Unterrichtsinhalt gearbeitet, der mit Hilfe von Differenzierungsmaterial an die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler angepasst wird. Wenn es sinnvoll und notwendig erscheint, findet auch Unterricht in Kleingruppen statt. Schüler, die lediglich den Förderschwerpunkt ESE aufweisen, werden zielgleich beschult, d. h. sie können am Rats das Abitur erlangen.

 

Kooperation mit dem benachbarten Berufskolleg für die Klassen 9 und 10

Die Schülerinnen und Schüler sollen in ihrer Selbständigkeit (auch im Hinblick auf die berufliche Orientierung) gefördert werden, damit gerade zieldifferente Schülerinnen und Schüler Verantwortung für sich und andere übernehmen können. Hierbei steht besonders das Erlernen von sozialen und beruflichen Schlüsselqualifikationen im Vordergrund. Für alle Schülerinnen und Schüler ist eine inklusive Sozialisation anzustreben.

Das Ratsgymnasium Gladbeck und das benachbarte Berufskolleg haben eine Kooperationsvereinbarung getroffen, um eine bedarfsgerechte Versorgung der Schülerinnen und Schüler mit dem Unterstützungsbedarf Lernen in den Jahrgangsstufen 9 und 10 zu gewährleisten. Die Notwendigkeit zu einer Kooperation ergab sich aus der Frage nach der Versorgung der zieldifferenten Schülerinnen und Schüler in der Schlussphase der Sekundarstufe I und der Frage nach praxis- und handlungsorientiertem Lernen.

Drei Ziele stehen hierbei im Vordergrund:

  1. Eine bedarfsgerechte Förderung der Schülerinnen und Schüler mit dem Unterstützungsbedarf Lernen im 10. Schulbesuchsjahr soll ermöglicht werden.
  2. Die Schülerinnen und Schüler sollen praktische und handlungsorientierte Unterrichtsangebote (Hauswirtschaft, Gestaltung, Holztechnik) ab dem 9. Schuljahr wahrnehmen können.
  3. Die Schülerinnen und Schüler sollen dem Ziel der Ausbildungsfähigkeit nähergebracht werden.

Dieser Bildungsgang des Berufskollegs bietet den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit den HSA 9 zu erwerben. Die Schülerinnen und Schüler mit dem Unterstützungsbedarf Lernen des Ratsgymnasiums besuchen ab der Klasse 9 den Praxisunterricht des Berufskollegs, wobei es eine sukzessive Steigerung des Stundenanteils, den die Schülerinnen und Schüler am Berufskolleg verbringen, gibt.

Im 10. Schuljahr ist geplant, dass die Schülerinnen und Schüler neben dem Praxisunterricht auch am allgemeinbildenden Unterricht teilnehmen.

Ansprechpartner: Frau LaGreca, Frau Toker, Herr Jung