So gelingt Inklusion am Rats

Im Schuljahr 2013/2014 wurde am Ratsgymnasium die erste integrative Lerngruppe eingerichtet. Diese Klasse (mittlerweile Klasse 6) besuchen 23 Schülerinnen und Schüler. Davon weisen 5 Schülerinnen und Schüler verschiedene Förderbedarfe aus den Bereichen LERNEN, SPRACHE & KOMMUNIKATION und EMOTIONALE und SOZIALE ENTWICKLUNG auf.

Um den unterschiedlichen Bedürfnissen dieser Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden, wurden Umbaumaßnahmen durchgeführt. Nun ist vom Klassenraum auch der Zugang zu einem weiteren Raum möglich. Dieser wird als sogenannter Differenzierungsraum genutzt, d.h. dass kleinere Schülergruppen sich dorthin zum Arbeiten oder Ausruhen zurückziehen können. Beide Räume sind mit einer Schalldämmung ausgestattet, wodurch die Geräuschkulisse in der Klasse merklich reduziert wurde. Zudem steht den Lehrerinnen und Lehrern, die in dieser Klasse unterrichten, ein fest installierter Beamer und ein Laptop zur Verfügung, um in ihrem Unterricht verschiedene Sinneskanäle der Schülerinnen und Schüler anzusprechen.

Neben der räumlichen und sächlichen Ausstattung ist für das Gelingen von Inklusion die sonderpädagogische Unterstützung von wesentlicher Bedeutung:

  • Es besteht Kontakt zu einer Sonderpädagogin mit dem Förderschwerpunkt HÖREN und KOMMUNIKATION, die uns einmal wöchentlich besucht und uns wertvolle Tipps zum Umgang mit Schülerinnen und Schülern mit einer Hörschädigung gibt.
  • Ein Sonderpädagoge mit den Förderschwerpunkten LERNEN und EMOTIONALE und SOZIALE ENTWICKLUNG unterstützt uns mit 12 Wochenstunden.
  • Eine weitere Sonderpädagogin mit dem Förderschwerpunkt SPRACHE arbeitet mit einer vollen Stelle am Ratsgymnasium.
  • Des Weiteren wird ein Schüler jeden Tag im Unterricht von einem Integrationshelfer unterstützt.

Wie diese Auflistung zeigt, wird Schule immer mehr zu einem multiprofessionellem System. Die Herausforderung besteht, gerade am Anfang, darin, herauszufinden, wie eine erfolgreiche Zusammenarbeit aussehen kann. Dabei ist der Austausch unter den Lehrerenden besonders wichtig sowie die Bereitschaft, etwas Neues hinzu zu lernen. Der Unterricht in einer integrativen Lerngruppe wird von Regelschullehrern und Sonderpädagogen gemeinsam konzipiert. Dabei bringen alle ihre Kompetenzen mit ein. Es wird, sofern es für das betreffende Schulfach und Thema möglich ist, im Klassenverbund am gleichen Unterrichtsinhalt gearbeitet, der mit Hilfe von Differenzierungsmaterial an die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler angepasst wird. Wenn es sinnvoll und notwendig erscheint, findet auch Unterricht in Kleingruppen statt.

Abschließend lässt sich sagen, dass integrativer Unterricht davon lebt, dass Menschen verschiedener Professionen kooperieren und voneinander lernen.

Ansprechpartnerin: Frau LaGreca