Die Ferien liegen schon einige Zeit zurück, für einige sind sie schon fast vergessen. Und doch ist bei Marius Keller aus der 9b immer noch Begeisterung zu spüren, wenn er von der Juniorakademie NRW berichtet, an der er vom 2. bis zum 16. August 2016 teilnehmen durfte.

Für den Kurs ‚Nanotechnologie‘ hatte sich der 14-jährige Ratsschüler beworben und sein Wunschthema auch bekommen. Zusammen mit 15 weiteren Teilnehmern, allesamt Acht- und Neuntklässler aus Nordrhein-Westfalen, beschäftigte sich Marius am Science College des Hauses Overbach in Jülich mit der Wissenschaft der winzig kleinen Orbitale und deren Nutzen.

Geleitet wurde das wissenschaftlich anspruchsvolle Programm von zwei Studenten der theoretischen Physik und der Biologie und Chemie. Mit deren Unterstützung durchforsteten die jungen Forscher wissenschaftliche Literatur und Beiträge im Internet nach den neuesten Erkenntnissen in der alternativen Krebsbehandlung: wie Eisen-Nano-Oxide in Tumorgewebe gespritzt, dann in Schwingungen (400.000 pro Sekunde) und auf 42 Grad Celsius erhitzt werden. Wie so der Tumor beschädigt und in seinem Wachstum gebremst wird, das gesunde Gewebe erhalten bleibt. Zehn Stunden hatten Marius und seine Gruppe Zeit, ihre Plakatpräsentation zu diesem Thema vorzubereiten.

An einem Tag der Akademiewoche machten die jungen Forscher eine Exkursion zur Fachhochschule Aachen, wo sie Einblicke in die Quantenmechanik erhielten und unter Anleitung von Experten Experimente am Raster-Tunnel-Mikroskop machen konnten. Außerdem standen in Jülich zahlreiche Experimente und die Quantenmechanik auf dem Programm.

Zu dem nachhaltigen Erlebnis ‚JuniorAkademie‘ – das betont Marius auch jetzt noch – gehörte auch das attraktive Beiprogramm und das Zusammensein mit vielen anderen Jugendlichen. Schließlich fanden gleichzeitig noch die Kurse ‚Forensik‘ und ‚Minikontroller‘ statt. Insgesamt waren über 54 Schülerinnen und Schüler zu der Ferienakademie zusammengekommen. Los ging es bereits um 7 Uhr morgens mit Frühsport – freiwillig natürlich. Die dreistündigen Kursblöcke am Morgen und am Nachmittag wurden aufgelockert durch die Möglichkeit, Fußball bzw. Badminton zu spielen oder auch im Chor zu singen. Manchmal wurden bis in die Nacht Gesellschaftsspiele gespielt.

Auch wenn das Tagesprogramm anstrengend war, zeigten die Akademieteilnehmer keinerlei Ermüdungserscheinungen. Klar, wir sind abends in unsere Betten gefallen, aber in der ersten Kursschiene war jeder wieder wach!‘ erinnert sich Marius. ‚Man darf sich das nicht so vorstellen wie Schule. Das war nicht das typische Lernen. Es wurde viel diskutiert. Wir haben alles gemeinsam in der Gruppe gemacht. Wir waren keine Einzelkämpfer, sondern ein Team, ein Gehirn.“

Zur Abschlussveranstaltung in Jülich waren dann natürlich die Eltern und weitere Gäste eingeladen. Hier stellten die Kurse ihre Ergebnisse vor. Das musikalische Rahmenprogramm mit Chor und Orchester hatten die Kursteilnehmer während der Akademietage gleich mit eingeübt.

Was sich wie harte Arbeit anhört, war für Marius und die anderen Jugendlichen ein Erlebnis, an das er sich lange erinnern wird. ‚Was uns insgesamt geboten wurde, war einfach klasse. Ich kann das nur jedem weiterempfehlen.‘ Und noch etwas ist ihm wichtig: ‚Man lernt viele neue Freunde kennen.‘ Ein Nachtreffen hat bereits stattgefunden.

Hans-Christoph Pocha