Die Schülerakademie Braunschweig II (14.-30.07.16) war ein tolles Erlebnis für mich.
Im Vorfeld der Reise konnten wir uns aus sechs Kursen, die Themen wie „Journalistische Ethik“
und „Graphentheorie“ behandelten, drei aussuchen. Mir wurde mein Erstwunsch zugewiesen und
ich beschäftigte mich zwei Wochen lang mit Algorithmen zur Bildverarbeitung und -kompression.
Der offizielle Titel war „Von Pixeln und Power-Spektren“, wobei wir uns in „Pixelschubser“
umbenannten.

Dabei lernten wir von zwei netten Betreuern (einem Physiker und einem Informatiker) zunächst die
mathematischen Grundlagen zur Bilduntersuchung, beispielsweise die gaußsche Zahlenebene
(kurz: Gaußebene) der komplexen Zahlen und die Fourier-Transformation, die weit über das
mathematische Niveau der Oberstufe hinausgehen.
Auf diesen Grundlagen entwickelten wir in Kleingruppen selbständig Computerprogramme, die
verschiedene Aufgaben der Bildverarbeitung erledigten.
In unserer Gruppe, bestehend aus drei Personen, erstellten wir in der Programmiersprache Python
ein Programm, das aus mehreren Einzelbildern mit unterschiedlicher Belichtung ein möglichst
kontrastreiches Gesamtbild erzeugt. Diese Technik namens HDR (High Dynamic Range) ist relativ
neu und ist in den meisten modernen Fotokameras und Handys bereits eingebaut. Zugute kam mir
dabei, dass ich bereits solide Erfahrungen im Programmieren habe. Am Ende unseres Kurses
dokumentierte jede Gruppe ihre Ergebnisse. Die Dokumentationen aller Kurse sollen zu einer
Gesamtdokumentation der Schülerakademie zusammengefasst werden, die um Weihnachten
herum gedruckt werden soll.

Neben den Kursen, die ca. vier Stunden jeden Tag einnahmen, fanden noch weitere,
kursübergreifende Aktivitäten („KüAs“) statt: So sang ich beispielsweise in einer öffentlichen
Choraufführung den Bass, backte Baumkuchen, spielte Volleyball, Handball, Badminton und
Schach, nahm an abendlichen Lagerfeuerrunden mit Stockbrotbacken teil und teleskopierte den
Mond sowie den Orion-Gürtel. Außerdem übernahm ich den Job des Barkeepers bei einer von
zwei (natürlich alkoholfreien) Partys, tauchte bei einem Pen&Paper-Rollenspiel in eine
Phantasiewelt ein und diente bei einem Volleyballturnier als Cheerleader. Bei einer Exkursion in
das DLR School Lab in Braunschweig testeten wir Autosimulatoren und erlebten einen
VirtualReality-Flug über den Mars.
Verpflegung und Unterkunft in der Jugenddorf-Christophorusschule Braunschweig waren sehr gut,
auch wenn ich aufgrund der unglaublich interessanten Programmpunkte, von denen ich einige
wegen Überschneidungen nicht einmal besuchen konnte, die meiste Zeit beschäftigt war und wenn
überhaupt nur die Nacht in meinem Zimmer mit meinem netten Zimmerpartner aus Neu-Ulm
verbrachte.

Es waren tolle zwei Wochen, die leider viel zu schnell herum waren und in denen ich sehr viel
erlebt und neue Freund- und Bekanntschaften geschlossen habe; so bin ich immer noch mit vielen
der Teilnehmer in regem Nachrichtenkontakt.
Bei meinem anschließenden Familienurlaub in Dresden verbrachte ich zwei Tage unserer
Urlaubszeit mit einer Freundin von der deutschen Schülerakademie, die in der Nähe wohnt und mir
weitere interessante Orte in Dresden gezeigt hat.
Außerdem haben wir alle zusammen bereits ein Nachtreffen in Köln organisiert, an dem um die
40 Leute teilgenommen haben und bei dem wir die Stadt besichtigten. Dort besuchten wir unter
anderem das römisch-germanische Museum, den Kölner Dom und das Brauhaus.

Ich kann anderen Schülern nur raten, die Gelegenheit zur Teilnahme an der Schülerakademie zu
nutzen, falls sie sich ergibt.

Marcel Garus